Der Mars ist mit seinem trockenen und kalten Klima heute ein toter Planet. Das war aber nicht immer so. Der Weltraumbehörde NASA zufolge war unser Nachbarplanet früher der Erde sehr ähnlich. Jetzt haben Forscher eine Möglichkeit gefunden, diese Bedingungen wiederherzustellen.
Der rote Zwilling der Erde war unserem Heimatplaneten einst gar nicht so unähnlich. Mit großen Ozeanen und einem warmen Klima war er durchaus für Lebewesen geeignet. Warum ist das heute nicht mehr so?
Die Forscher der NASA erklären in einem Artikel auf ihrer Webseite, wieso sich das Klima des Mars so drastisch verändert hat und welche Möglichkeit es gibt, den Planeten für eine Kolonisation geeigneter zu machen.

Solarwind raubte dem Mars die Atmosphäre

Heute ist der Mars nicht sehr einladend. Er ist viel zu kalt und zu trocken für eine tatsächliche Besiedlung.
Der Grund: Der Solarwind hat die Atmosphäre des Planeten zerstört. Solarwind, das sind Kleinstpartikel, hauptsächlich Protonen und Elektronen, die von der Sonne aus mit einer Geschwindigkeit von fast zwei Millionen Kilometern pro Stunde durch das Weltall fliegen.
Die Atmosphäre eines Planeten besteht aus Gas, die Atome in dieser Gasschicht werden von den Partikeln des Solarwinds aufgegriffen. So werden sie vom Mars weg weit ins Weltall hinein getragen.
Dieser Prozess wurde von dem MAVEN (Mars, Atmosphäre und langfristige Entwicklung) Raumfahrzeug, das seit 2014 den Mars umkreist, nachgemessen und bestätigt.
Der Unterschied zur Erde ist, dass unsere Atmosphäre von einem Magnetfeld geschützt ist, das weitgehend intakt ist.
Auf dem Mars hat die NASA erst letztes Jahr tatsächlich fließendes Wasser auf der Planetenoberfläche gefunden. Die Grundvoraussetzung für eine Kolonisation gibt es also.

Forscher wollen Atmosphäre des Mars wiederherstellen

Bisher wurde davon ausgegangen, dass Terraforming ein Weg ist, den Mars zu einem wirklich bewohnbaren Planeten zu machen. Das bedeutet, dass das Klima künstlich verändert wird. Laut neuesten Forschungsergebnissen gibt es aber eine bessere Lösung.
So haben die Wissenschaftler der NASA beim "Planetary Science Vision Workshop 2017" vorgeschlagen, einen gigantischen magnetischen Schutzschild ins Weltall zu befördern. Dieser soll den Mars von dem Solarwind schützen, so wie es das natürliche Magnetfeld der Erde macht.

So sah der Mars früher aus

Vor vier Milliarden Jahren sah der Mars unserer heutigen Erde erstaunlich ähnlich. So zumindest zeigt den Roten Planeten eine Animation der Raumfahrtorganisation Nasa. © YouTube
Der Schutzschild müsste gerade so groß sein, dass der Solarwind umgeleitet wird und so in einem Bogen um den Mars herumfliegt. Die Atmosphäre des Planeten wäre dann so entlastet, dass sie sich selbst wieder herstellen kann.

Die Zukunft des Mars

Binnen weniger Jahre würde der atmosphärische Druck so ansteigen, dass es bis zu 4 Grad wärmer würde. Das ist warm genug, um die nördliche Polarkappe des Planeten zu schmelzen. Das bisher gefrorene Wasser würde dann wieder Ozeane und Flüsse bilden.
Das Ganze ist allerdings noch Zukunftsmusik. Bisher entwickeln die Astronomen lediglich das theoretische Konzept für die mögliche Methode. Forscher haben aber bereits mit ersten Versuchen auf kleinerer Basis begonnen. So wurden in Labortests schon erfolgreich magnetische Schilde produziert, die über zwei Zentimeter lang sind. Das gibt eine erste Vorstellung davon, was in den kommenden Jahren möglich sein könnte.
So kündigten die beteiligten Forscher an: "Wenn dieses Projekt in unserer Generation gestartet werden kann, dann ist die Kolonisation des Mars nicht mehr weit entfernt."